Der Starbrick ist ein Experiment aus Lichtmodulation und Raum.
In meinem Studio haben wir uns zunächst auf die räumlichen Probleme bei der Gestaltung eines komplexen geometrischen Bausteins konzentriert. Dies hat zur Entwicklung der sternförmigen Module auf Basis eines Stapelprinzips geführt, aus denen drei Arten von Raum entstehen: die solide Struktur des Moduls an sich, der negative Raum in dessen Mitte in Form eines kubischen Oktaeders und die polyedrischen Bereiche, die sich beim Stapeln zwischen den Modulen ergeben. In den letzten Jahren hat mein Studio eine Reihe von Lichtexperimenten in Zusammenarbeit mit Zumtobel durchgeführt. Bei einem solchen Experiment haben wir uns dazu entschlossen, verschiedene Qualitäten und Farbtöne von LED-Licht, platziert innerhalb der einzelnen Module, zu testen. Daraus ist schließlich der aktuelle Starbrick entstanden.
Die LEDs des Starbricks sind so angeordnet, dass sie weißes Licht ausstrahlen. Gleichzeitig schaffen sie aber auch einen leuchtenden, gelben und kaleidoskopischen Kern. Der Körper des Moduls besteht aus zwei Arten von Polycarbonat: Ein transluzenter Typ moduliert das Licht aus den LEDs. Ein opaker und stabiler Typ bildet den Kern des Moduls, wobei seine matte Oberfläche ein Gegengewicht zu den Lichtvolumina darstellt. Beim Stapeln der Starbricks verringern sich die opaken Oberflächen so weit, dass das weiße Licht die polyedrischen Bereiche zwischen den Bausteinen betont. Die LEDs lassen sich dimmen. Deswegen besitzt das Modul verschiedene Lichteinstellungen, so dass sowohl funktionales Licht als auch Raumlicht geboten werden.
Ich habe ein Modul entwickelt, das zum einen als Objekt an sich funktioniert, das aber auch zu mehreren architektonischen Grundelementen wie zum Beispiel Wänden zusammengesetzt werden kann. Hierbei kann es sich um freistehende oder in eine übergeordnete Struktur integrierte Wände handeln sowie Hängedecken oder Säulen in allen Formen, Größen und Volumina – theoretisch könnte man sogar ein ganzes Lichthaus aus Starbricks bauen! Durch seine Erweiterungsfähigkeit lässt das System viele Möglichkeiten offen. Damit können die Leute ein Lampensystem kaufen, das zu seiner Umgebung in Beziehung gesetzt werden kann. Je nach Kontext lässt sich das System verändern und umbauen. Ob nun in einem kleinen Studio oder in einem öffentlichen Gebäude – das Modul kann als Baueinheit genutzt werden, bei der Licht und Volumen miteinander verschmelzen.
In der Zusammenarbeit mit Zumtobel hatte ich die Gelegenheit dieses Lichtmodul für den Einsatz im alltäglichen Leben zu entwickeln. Das Modul wirft Fragen auf, die sowohl für die zeitgenössische Kunst als auch die Gesellschaft zentrale Bedeutung haben: Wie definiert Licht den Raum? Wie beeinflusst es die Art und Weise, wie wir die Welt wahrnehmen?
Olafur Eliasson
